Das neueste Objekt entsteht
Written by Administrator   
Dienstag, 11 März 2008

Ein Meisterwerk der Schiffsbaukunst

Mein neuestes Objekt ist eine Rekonstruktion des Märchenschiffes, was damals für den „Märchenkönig“ Ludwig II entworfen wurde.
Der Entwurf ist entstanden auf einem Gemälde, das mit Gautschenfarben (Kulissenfarben) von Franz von Seitz (Münchner Akademischer Maler aus dem 19. Jahrhundert) gemalt wurde.
Der Entwurf als Schiff ist nie gebaut worden aber das Gemälde ist heute noch im Herrenschloß am Chiemsee vorhanden.
Dieses Gemälde diente mir ursprünglich als Vorlage um für mich eine einwandfreie brauchbare Detailzeichnung dreidimensional zu erstellen, nach welcher ich das Modell heute baue.
Das fertige Modell entspricht dem Maßstab 1:13,44.
Zusätzlich gibt es noch ca. 60 kg Literatur, die ich mit einbeziehe.

Hier werden Sie begrüßt vom römischen Gott Neptunus (deutsch: Neptun) – ist der gleiche Gott wie der Wassergott Poseidon und war ursprünglich vermutlich der Gott der fließenden Gewässer, der springenden Quellen oder sogar des Wetters. Ab dem beginnenden 4. Jahrhundert v. Chr. wurde er dem griechischen Poseidon gleichgesetzt, womit er auch zum Gott des Meeres wurde. Damit wurde er zweitmächtigster Gott des Olymps.

Es bleibt schwierig den griechischen Poseidon vom römischen Neptun zu differenzieren, jedoch sollte man diese beiden Götter nicht einfach als gleich betrachten.

Auf diesem ersten Bild sehen Sie nun den Neptun in seiner voll gestalteten Pracht. Die Figur ist in Herrscher-Pose dargestellt, das weißt der vorgestreckte linke Fuß. Der große Zeh am linken Fuß ist nach oben gebogen – Ausdruck der höfischen Lässigkeit. Der Kopf ist leicht nach hinten geneigt, der Blick ist nach oben gerichtet um sein ganzes Herrschaftsreich im Blick zu halten.

Der Kopf wird umrahmt mit einem prächtigen Haarwuchs. Sein Stoffumhang wird mit einem Löwenkopf-Medaillon zusammen gehalten. Mit der linken Hand lehnt er sich an das Schild der bayerischen Staatswappe. In seiner rechten Hand hält er sein Herrscher-Zepter – dem berühmten Dreizack.

Die Figur besitzt noch einige Geheimnisse mehr – was ich mir erlaubt habe – aber finden Sie es selbst heraus.

Die ganze Neptun-Figur ist aus Buchsbaum geschnitzt, der Dreizack aus Messing und die Pupillen sind aus Palisander-Holz hergestellt.


Auf den weiteren Bildern ist das sehr aufwendig und kunstvoll gestaltete Steuerruderblatt abgebildet. Die Beschläge sind übrigens aus Eisen.



Diese zwei kleinen Löwen hüten keine griechischen Drachmen (Geld-Währung), sondern ihre Aufgabe besteht darin, den kunstvoll gestalteten Treppenaufgang zu hüten.

Beide Löwen sind ähnlich aber nicht gleich, wie z.B. einer der beiden eine andere Haarpracht besitzt, dadurch besteht eine Besonderheit – diese Figuren wurden nicht von einem Laien gemacht. Beide Figuren sind aus Buchsbaum geschnitzt

Die prächtigen Geländer sind aus 3 mm Messingblech geschmiedet und zieren den Treppenaufgang. Die zwei Laternen stehen genau in der Mitte des Schiffes, befestigt sind sie auf dem Geländer. Die Laternen wurden damals - was eine Sensation war - elektrisch betrieben.



Der Schiffsrumpf ist aus schweizer Birnenholz gefertigt, die Schnitzwerke sind überwiegend aus Buchsbaum – ein kleiner Teil allerdings aus Bruyère Holz (wird ausschließlich bei Tabak-Pfeifen verwendet). Sämtliche Beschläge sind aus Eisen, das Geländer mit den Laternen stelle ich aus Messing her.


 

Eine Sitzbank für drei Personen im Maßstab 1:14,34 aus geschmiedetem Eisen

Die ersten Bilder zeigen mehrere Entwürfe, die ich benötigt habe für einen endgültigen Entschluss um diese Sitzbank anzufertigen.
Verschiedene Entwürfe der geschmiedeten Gegenstände, die im Schloß Herren-Chiemsee vorhanden sind, wie z.B. Balkon-Geländer, Zäune und Handläufe waren nötig um letztendlich die Richtlinie zu finden für die Herstellung der Sitzbank.

Die restlichen Fotos zeigen genaue Entwürfe, bis zur Fertigstellung

Das nächste Foto zeigt schon zum Teil ausgesägte Gegenstände mit den dazugehörigen Entwürfen.

Das nächte Foto zeigt die Verstrebungen für die Sitzbank.

Das nächte Foto zeigt mich mit dem ältesten Werkzeug - der Laubsäge - was nicht wegzudenken ist im Modellbau.

Material:
Das Material für die Herstellung der Sitzbank ist aus 2 mm starken St. 37 Blech (die alte Blechtafel - vermute ich - entspricht zu dieser angegebenen Qualität was man heute als St. 37 bezeichnet).
Die ganzen Ornamente habe ich ausgesägt mit einer Laubsäge, Stärke 4,0

(Die Laubsäge ist aus dem Goldschmiede-Bereich). Die Elemente sind so konstruiert das beim Zusammenbau die Bohrungen und Nieten schon so in dieser Konstruktion integriert sind. Über das aussägen ist es nicht nötig noch detaillierter zu schreiben.

Nach der kompletten Vernietung sämtlicher Teile (Sitzbank in eine Einheit zusammen gebaut) wurde die Sitzbank brüniert (Brünieren dient dem Bilden einer schwachen Schutzschicht auf eisenhaltigen Oberflächen, um Korrosion zu vermindern. Die Brünierung ist keine Beschichtung).
 
Die Sitzfläche habe ich aus Birnbaum hergestellt und die Handlehnen sind aus Buxbaum geschnitzt.

Die Bilder nächsten Bilder zeigen die fest montierte Position auf dem vorderen Teil des Schiffes.

Das Wappen in der Mitte der Bank trägt eingraviert meine Initialen „TJ“, auf dem nächsten Bild ist es am besten sichtbar, weiterer Text ist nicht nötig, da die Bilder mehr Aussagekraft haben, als weitere Beschreibungen.

Sonstige Bilder:

 

Diese Bilder entstanden im Februar 2013.
Das Schnitzwerk wächst täglich weiter und das ist der momentane Zustand.

Im Moment entsteht das Sitz-Interieur für die runde Terrasse auf dem Heck. Das Interieur besteht aus drei Sitzbänken und einem großen halbrunden Tisch.
Abbildungen folgen demnächst.


 

 

 

Last Updated ( Freitag, 24 Mai 2013 )